Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Beschäftigte erwarten Geld und Sicherheit

Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erwarten von den Arbeitgebern bei den Tarifverhandlungen im Herbst Antworten auf gestiegene Preise und die Zukunft der Betriebe. Das ergibt eine bundesweite Befragung der IG Metall von 267.000 Beschäftigten in 2300 Betrieben.

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10. September 2026 10. September 2026 |
Aktualisiert am 10. September 2026 10. September 2026


Bundesweites Meinungsbild

Das ergibt eine bundesweite Befragung der IG Metall von 267.000 Beschäftigten in 2300 Betrieben.

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen nehmen die Befragten als sehr unterschiedlich wahr: Die Hälfte bezeichnet die Situation im Betrieb als gut (31,7 %) oder sehr gut (14,5 %). Ein Drittel (32,2 %) attestiert dem eigenen Arbeitgeber ein "geht so". Jeder Fünfte bezeichnet die Lage als schlecht (16,9 %) oder sehr schlecht (4,7 %). 

Die positive wirtschaftliche Wahrnehmung ist getrieben von Betrieben der Luft- und Raumfahrt, Rüstung, Schiffsbau oder Energie. Kritischer blicken dagegen Beschäftigte der Autoindustrie und von Dienstleistern auf den Kurs ihrer Unternehmen.

Die größten Sorgen bereiten den Befragten gestiegene Kosten für Lebenshaltung (68,9 %) und Gesundheit (58,5 %), gefolgt von der Absicherung im Alter (58,1 %). Mehr als die Hälfte der Beschäftigten bewegt die Sicherheit des persönlichen Arbeitsplatzes (56,3 %) bzw. die Zukunft für den Betrieb (56,7 %).

"Brauchen gute Reallöhne, zukunftsfähige Arbeitsplätze, soziale Sicherheit."

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall: "Die Beschäftigten haben ein sehr feines Gespür für die drängendsten Themen im Land: gute Reallöhne, zukunftsfähige Arbeitsplätze und soziale Sicherheit. Das ist ein klarer Auftrag an Arbeitgeber, Politik und auch die IG Metall. Wir wollen sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze durch Produktion und Wertschöpfung in Deutschland. Das erfordert neben guter Tarifpolitik auch eine engagierte Industrie- und Sozialpolitik sowie gute Unternehmensführung."

Mit Blick auf den Geldbeutel und die Gewinne der Unternehmen erwarten die Beschäftigten neben der Job-Sicherheit mehrheitlich eine moderate (47,8 %) bis kräftige Entgelterhöhung (35,0 %). Verzicht ist angesichts der wirtschaftlich soliden Gesamtlage kein Thema: Lediglich jede*r Sechste hält nur eine kleine (13,1 %) oder keine Entgelterhöhung (4,1 %) für angemessen.

"Wir gehen selbstbewusst in die Tarifrunde."

IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski: "Die Beschäftigten erleben keine einheitliche Krise, sondern eine wirtschaftlich stark unterschiedliche Lage. Gleichzeitig sind ihre Erwartungen an Entgelt, Beschäftigungssicherung und soziale Absicherung hoch." Boguslawski: "Wir gehen selbstbewusst in diese Tarifbewegung, weil wir alles berücksichtigen werden: von sicherer Beschäftigung in Krisenunternehmen bis hin zur fairen Beteiligung der Beschäftigten an betrieblichen Gewinnen."

Mit den Ergebnissen der Befragung startet die IG Metall in den regionalen Tarifbezirken jetzt in die Forderungsdebatte. Eine konkrete und bundesweite Tarifforderung will der Vorstand der Gewerkschaft am 23. September beschließen. In der Metall- und Elektroindustrie arbeiten bundesweit über 3,7 Millionen Beschäftigte.

Quelle: IG Metall, Pressemitteilung "Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie: Beschäftigte erwarten Geld und Sicherheit." vom 10. September 2026.