„Auf das sogenannte Verhandlungsangebot von NiedersachsenMetall sind Warnstreiks die einzig mögliche Antwort“, begründet Bianka Möller, zweite Bevollmächtigte der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, die anstehenden Warnstreiks.
Die Kritik der Gewerkschaft an den Vorschlägen des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall betrifft unter anderem die Entgeltentwicklung, die Laufzeit und die geforderte Ausstiegsklausel. Zunächst solle es nach Auffassung der Arbeitgeberseite bis zum Juni 2028 keine tabellenwirksame Entgelterhöhung geben. „Die Beschäftigten sollen stattdessen im Juli 2027 mit einer Einmalzahlung von 660 Euro (brutto) abgespeist werden.“, lehnt Bianka Möller diesen Vorschlag ab. Zudem solle der Einmalbetrag bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens im Grunde automatisch entfallen. Erst nach einer Laufzeit von 21 Monaten soll es ab dem 1. Juli 2028 eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 1,3 Prozent geben bei einer Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages bis zum 31. Dezember 2028. „Angesichts der heutigen Inflationsrate ist es offensichtlich, dass die Beschäftigten Reallohnverluste und eventuell sogar Loheinbußen hinnehmen sollen!“, so Bianka Möller. „Im Grunde ist allein die Verhandlungsposition von NiedersachsenMetall in Bezug auf die Entgeltentwicklung unseriös.“
Hinzu kommen die Vorstellungen der Arbeitgeber, einen Teil der tariflichen Sonderzahlungen zukünftig dauerhaft von der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens abhängig zu machen. Gleichzeitig blieb die Arbeitgeberseite stumm in Bezug auf die Vorschläge der IG Metall, eine soziale Komponente für Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen zu vereinbaren, tarifliche Regelungen für sichere Arbeitsplätze zu aktualisieren beziehungsweise den heutigen Herausforderungen anzupassen. Die Überlegung, Beschäftigte in wirtschaftlich starken Betrieben mittels einer tariflichen Gewinnbeteiligung an der positiven Entwicklung teilhaben zu lassen, lehnten die Arbeitgeber ab.
Aus Sicht der IG Metall beabsichtigt der Arbeitgeberverband die Kosten unternehmerischer Fehlentscheidungen zu sozialisieren. „Die Sorgen der Beschäftigten um ihre berufliche und damit um ihre persönliche Zukunft soll nach dem Willen von NiedersachsenMetall gewissermaßen kapitalisiert werden“, übt Bianka Möller deutliche Kritik in Richtung Arbeitgeberseite.
Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus sollen Beschäftigte, die in den unteren Entgeltgruppen eingruppiert sind, überproportional profitieren. Die tariflichen Instrumente zur Beschäftigungs- und Standortsicherung gehören auf den Prüfstand und sind gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Weil nicht alle Unternehmen gleich leistungsstark sind, sollen Beschäftigte in wirtschaftlich starken Betrieben über eine tarifliche Gewinnbeteiligung an der positiven Entwicklung teilhaben.