Metall- und Elektroindustrie Die Tarifrunde 2026 startet

Das Richtige zur richtigen Zeit!

Tarifrunde M&E 2024


Die Tarifrunde 2026 klopft bereits an und in den Tarifkommissionen beginnt in diesen Tagen die Diskussion über die Forderungen. Schon jetzt zeigt sich: Der IG Metall wird auch in dieser Runde nichts geschenkt werden.

Einzelne Arbeitgebervertreter bringen bereits seit Jahresbeginn eine mögliche Nullrunde ins Spiel. Zugleich wird die angespannte wirtschaftliche Lage genutzt, um Stellenabbau und Verlagerungen zu rechtfertigen – ebenso wie Angriffe auf soziale Errungenschaften. Beschäftigte seien zu bequem, zu oft krank, zu wenig produktiv: Dass diese Erzählung von manchen Arbeitgebern und Teilen der Politik bedient wird, weist in die falsche Richtung.

Natürlich sehen wir, dass die Lage in vielen Betrieben herausfordernd ist. Es gibt Unternehmen, denen es objektiv schlechter geht. Und es gibt andere, deren Gewinne weiterhin hoch sind. Mit dieser Unterschiedlichkeit umzugehen, ist die Verantwortung des Flächentarifvertrags.

Eine Nullrunde – wie von manchen auf der Arbeitgeberseite bereits in den Raum geworfen – würde Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten. Das wäre weder ökonomisch vernünftig noch industriepolitisch sinnvoll. Wer meint, hohe Energiepreise oder internationale Handelskonflikte ließen sich durch Lohnverzicht lösen, verkennt die Ursachen und die Folgen. Tarifentgelte sichern nicht nur Einkommen, sondern stützen auch Nachfrage und private Investitionen.

Lasst uns besonnen und sachlich in diese Tarifrunde gehen. Die Tarifkommissionen beraten, die Beschäftigten werden ab Juni befragt, und auch die wirtschaftlichen Kennzahlen und Entwicklungen werden bewertet.


Mutig in den Tarifherbst 

Ein Kommentar von Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall

»Nach zwei Jahren der Rezession ist die deutsche Wirtschaft 2025 leicht gewachsen. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem vom privaten Konsum und von staatlichen Investitionen, während vom Export weiter kaum Impulse kamen. Das zeigt: Die Kaufkraft der Beschäftigten bleibt eine zentrale Stütze der Konjunktur.

Gleichzeitig spüren viele im Alltag, dass das Leben teuer bleibt: beim Tanken, bei Strom und Gas oder im Supermarkt. Deshalb ist klar: Die Entgelte müssen mit dieser Entwicklung Schritt halten! Über die konkrete Forderung wird im September entschieden. Bis dahin beraten die Tarifkommissionen intensiv. Klar ist: Am Ende wird eine Entgeltforderung stehen – und sie wird nicht ohne Auseinandersetzung durchzusetzen sein.«
 

Das Richtige zur richtigen Zeit

Die Tarifrunde 2026 startet

Tarifnachrichten, Mai 2026, Ausgabe 1