Große Resonanz beim Seminar der Vertrauensleute: "Gemeinsam stärken wir die Demokratie und Beschäftigtenrechte – ein klares Zeichen auch zum 1. Mai".
In Deutschland stehen Sozialstaat, Arbeitnehmerrechte und demokratische Strukturen unter Druck. Spar- und Reformdebatten schüren Sorgen vor wachsender Ungleichheit. Der Deutscher Gewerkschaftsbund warnt vor mehr prekären Jobs, sinkender Tarifbindung und schwächerer Mitbestimmung, während Arbeitgeber mehr Flexibilität fordern und Errungenschaften wie den Achtstundentag infrage stellen.
Beim Seminar für Vertrauensleute der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim am 13. Februar in Springe war ein Themenschwerpunkt »Demokratie im Betrieb und darüber hinaus«. Hierzu hielt Chaja Boebel, aus der Fachabteilung Grundsatzfragen beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt, ein Referat. Boebel: "Wenn wir die Menschen erreichen wollen, müssen wir zuhören und den Dialog suchen." Die Teilnehmenden haben gewerkschaftliche Handlungsoptionen in den Betrieben und in der Öffentlichkeit diskutiert.
Olav Döring, Vertrauenskörperleiter, sagt: "Wir müssen den politischen Diskurs über die gegensätzlichen Interessen von Kapital und Arbeit in den Betrieben führen. Die IG Metall ist keine Partei, aber wir machen nicht nur Tarifpolitik. Wir haben eine politische Haltung und kämpfen für Teilhabe und eine faire Gesellschaft."
Sven David, ebenfalls Vertrauenskörperleiter, ergänzt: "Diese Entwicklung fordert uns heraus, auch dem Rechtspopulismus entgegenzutreten. Wir nehmen als Vertrauensleute an der
Prüf-Bewegung teil." Jeden zweiten Samstag im Monat demonstrieren Menschen in Hannover für die Überprüfung rechtsradikaler Parteien durch den Verfassungsschutz. David ergänzt: "Wir wollen nicht belehren, aber Denkprozesse anstoßen. Auch am 1. Mai werden wir den Dialog suchen."
Richard Chodzinski, Vertrauenskörperleiter, sagt: "Soziale Sicherheit, Arbeitnehmerrechte und Demokratie müssen aktiv weiterentwickelt werden." Chodzinski ist auch kommunalpolitisch aktiv: "Wir müssen zeigen, dass sich politisches Engagement lohnt. Leider wird in den Medien viel zu viel Negatives berichtet. Dabei können positive Beispiele viel mehr bewirken. Wir sollten regionale Projekte starten, um gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie wir leben wollen. Unser Seminar für Vertrauensleute war ein gelungener Auftakt dafür."
Hinweis: Der Text wurde erstmals im Magazin Metall, Ausgabe Mai/Juni 2026 veröffentlicht.