Zum Internationalen Frauentag am Sonntag, den 8. März, macht die IG Metall auf die weiterhin gravierenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt aufmerksam.
Trotz gesellschaftlicher Fortschritte bleibt die Realität für viele Frauen geprägt von schlechteren Einkommensperspektiven, höheren Belastungen durch Sorgearbeit und fehlender Absicherung. Sabine Glawe, Gewerkschaftssekretärin, betont: „Durch die Teilzeitfalle verlieren alle! Frauen, die weniger arbeiten können als sie wollen, leiden unter geringeren Einkommen und zusätzlicher Sorgearbeit. Gleichzeitig fehlen den Betrieben wertvolle Fachkräfte. Gut ausgebaute Betreuungs- und Entlastungsstrukturen würden beiden Seiten helfen – deshalb müssen sie dringend gestärkt werden.“
Tarifbindung: Ein entscheidender Hebel gegen Ungleichheit
Ein zentrales Thema ist die nach wie vor bestehende Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern. Tarifverträge wirken hier nachweislich ausgleichend:
- In tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie beträgt die Entgeltlücke 9 Prozent.
- In Unternehmen ohne Tarifbindung liegt sie bei 18 Prozent – sie ist also doppelt so hoch.
Branchenübergreifend verdienen Frauen in Deutschland weiterhin durchschnittlich 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Die Folgen sind gravierend: geringere Einkommen im Erwerbsleben und ein deutlich erhöhtes Risiko für Altersarmut.
Arbeitszeit: Teilzeit bleibt weiblich – und die Belastung steigt
Die Ungleichverteilung zeigt sich auch in der Arbeitszeit. Frauen arbeiten zwar häufiger in Teilzeit, doch ihre Gesamtarbeitszeit – inklusive unbezahlter Sorgearbeit – übersteigt die der Männer:
- Erwerbstätige Frauen leisten wöchentlich über 54 Stunden Gesamtarbeitszeit, davon rund die Hälfte unbezahlt.
- Bei Männern sind es 53 Stunden, überwiegend bezahlt.
- Mit Kindern steigt die Wochenbelastung von Frauen auf über 60 Stunden, davon 61 Prozent unbezahlte Sorgearbeit.
Die Konsequenzen dieser ungleichen Verteilung sind spürbar: Nur 47 Prozent der Frauen können langfristig ihre Existenz aus eigenem Einkommen sichern – bei Männern sind es 73 Prozent.
Rund um den Internationalen Frauentag fanden in zahlreichen Betrieben vor Ort Aktionen und Inforunden statt, bei denen Beschäftigte miteinander ins Gespräch kommen, sich informieren und ein starkes Zeichen für Gleichstellung und Solidarität setzen.