Am 23. Januar wurde eine Einigung zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern der Holz- und
Kunststoffindustrie (HVI) erzielt. Dem vorausgegangen waren Warnstreiks, an denen sich bundesweit rund 5 700 Beschäftigte beteiligten. Auch bei Wilkhahn und Haworth in Bad Münder waren die Belegschaften bei den Warnstreiks. »Mit dieser Solidarität wurde der Abschluss
ermöglicht«, sagt die Bianka Möller, die Zweite Bevollmächtigte von der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim. »Wir haben in schwierigen Zeiten gemeinsam Steigerungen der Entgelte und Ausbildungsvergütungen erkämpft, die sich tabellenwirksam auswirken. Danke für Euren Einsatz.«
Der Tarifabschluss sieht für die rund 18 000 Beschäftigten in tarifgebundenen Unternehmen eine Erhöhung der Entgelte in zwei Stufen vor. So erhöhen sich die Entgelte um zwei Prozent zum Juni
2026 und zum Juli 2027 um weitere 2,2 Prozent.
Außerdem erhalten alle Beschäftigten und Auszubildenden eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro. Betriebsratsvorsitzender Olaf Stender von Wilkhahn bewertet den Abschluss »unter den wirtschaftlichen Bedingungen als in Ordnung. Das Bonbon ist der Mitgliederbonus, den wir zum zweiten Mal erreicht haben.« Diese Meinung teilt auch Patrik Schütte, Betriebsratsvorsitzender von Wini Büromöbel in Coppenbrügge: »Trotz der langen Laufzeit, die den meisten nicht gefällt, ist das Tarifergebnis in der aktuellen Situation okay. Der Mitgliederbonus kommt auch bei uns super gut an.«
Der Abschluss ist eine Wertschätzung für die Mitglieder der IG Metall, die mit ihrer Mitgliedschaft Tarifpolitik erst ermöglichen. Sie erhalten im April 2026 eine zusätzliche Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro brutto. Teilzeitbeschäftigte erhalten sie anteilig. Auszubildende bekommen bei einer nachgewiesenen Mitgliedschaft die volle Einmalzahlung
und damit eine deutlich überproportionale Erhöhung.
Die Ausbildungsvergütungen steigen in zwei Stufen zum 1. September 2026 und 2027 jeweils um 60 Euro.
Florian Harenberg, Betriebsratsvorsitzender von Haworth in Bad Münder, bilanziert: »Ich werte es als Erfolg, dass unsere Auszubildenden deutlich mehr als in den anderen Tarifgebieten bekommen.
Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende Januar 2028.