Die Erhöhung der Vergütung für die Rufbereitschaft und für die Auszubildenden soll die Attraktivität des Handwerks weiter steigern. Janssen zahlt Tarif und bietet einiges mehr, um Fachkräfte zu gewinnen oder auszubilden.
Seit Januar 2025 haben zwei ehemalige Führungskräfte Janssen übernommen und führen den Betrieb mit rund 75 Beschäftigten fort. Das Fachunternehmen steht wirtschaftlich gut da und bietet in der Region sichere Arbeitsplätze. Seit dem 1. Januar 2026 sind die Einkommen dort um die tariflich vereinbarten 2,5 Prozent gestiegen.
Magazin Metall: Was gefällt euch besonders gut am Tarifabschluss?
Christoph Driemel, Betriebsratsvorsitzender bei Janssen: Natürlich, dass es mehr Geld gibt. Bei der aktuellen Teuerungsrate sind wir auf das Geld angewiesen. Besonders gut angekommen ist aber die Steigerung der Vergütung in der Rufbereitschaft. Es ist eine zusätzliche Belastung, wenn du abends noch abrufbereit sein musst. Deshalb war die Erhöhung dringend notwendig. Wir leisten viel und sind sehr flexibel, darum muss diese Arbeitszeit gut bezahlt werden. Die Erhöhung bringt rund 200 Euro brutto im Monat.
Magazin Metall: Ihr habt aber noch eine ungelöste Baustelle. Wie sollen die Fahrtzeiten geregelt werden?
Christoph Driemel: Das stimmt. Es geht um die Bezahlung von Fahrtzeiten zu Baustellen. Wenn Kollegen anderthalb Stunden zu einer Baustelle fahren und zurück, dann ist das Arbeitszeit. Das ist Zeit, die im Privatleben fehlt. Wir sind im Unternehmen im Gespräch darüber, wie wir damit umgehen können, ohne den betrieblichen Erfolg zu gefährden. Um attraktive Arbeitsplätze anbieten zu können, müssen wir auch hierfür eine Lösung finden. Es haben schon Beschäftigte deswegen gekündigt.
Magazin Metall: Durch den Tarifvertrag habt ihr viele Verbesserungen. Ist das allen Kollegen klar?
Christoph Driemel: Wir erhalten jedes Jahr eine Erhöhung durch die Tarifverhandlungen. Das ist in vielen Betrieben der Region nicht so. Dort verhandelt jeder für sich allein und bekommt vielleicht alle paar Jahre ein paar Euro mehr. Das aktuelle Tarifergebnis zeigt, dass wir gemeinsam mehr erreichen. Deshalb verstehe ich nicht, warum sich nicht noch mehr organisieren, um unsere
Position zu stärken. Wir haben eine Geschäftsleitung, die diesen Weg inzwischen mitgeht. So bietet das Unternehmen eine betriebliche Zusatzkrankenversicherung, um die Kosten für Brillen oder Zahnersatz für uns zu minimieren. Doch gute Arbeitsbedingungen kommen nicht von allein. Dafür müssen wir uns gemeinsam einsetzen.
Magazin Metall: Ihr braucht Fachkräfte und sucht Auszubildende. Woran scheitert es?
Christoph Driemel: Es ist schwer, gute Fachkräfte zu bekommen. Wir bilden deshalb aus. Dann wissen wir auch, was die Kolleginnen und Kollegen können. Zurzeit haben wir sieben Auszubildende. Es scheitert oft daran, Auszubildende zu bekommen, weil viele denken, dass es im Handwerk nur schlechte Arbeitsbedingungen gibt. Dieses Image müssen wir mit guten Tarifen verbessern. Aber auch die Auszubildenden müssen Einsatz zeigen. Dann macht der Beruf richtig Spaß, weil er vielseitig ist.