Nachdem die ersten beiden Verhandlungsrunden für die Beschäftigten in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie im November und Dezember letzten Jahres ergebnislos verlaufen sind, begannen in dieser Woche die Warnstreiks.
Die Beschäftigten bei Haworth in Bad Münder führten am Freitag, den 16. Januar 2026, ein Warnstreik durch. Fast alle Beschäftigten am Standort in Bad Münder setzten ein Signal an die Arbeitgeberseite im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde in der kommenden Woche. „Die Warnstreiks sind notwendig geworden, weil die Arbeitgeber keine Verhandlungsbereitschaft zeigen“, so der Gewerkschaftssekretär Florian Gierke.
Die IG Metall fordert die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen überproportional angehoben werden. Zudem steht eine mitgliederwirksame Komponente, die ausschließlich für Mitglieder der IG Metall gilt, auf der Forderungsliste.
„Angesichts der Preissteigerungen sind wir auf eine Erhöhung unserer Einkommen angewiesen“, begründet Florian Harenberg, Betriebsratsvorsitzender bei Haworth, die Motivation der Beschäftigten für den Warnstreik. „Die Tarifforderungen dienen der Absicherung unserer wirtschaftlichen Lebensverhältnisse. Eine Nullrunde ist für uns nicht akzeptabel, weil sie einen Reallohnverlust bedeuten würde.“
Die Erforderlichkeit einer überproportionalen Erhöhung der Ausbildungsvergütungen sei offensichtlich. „Ausgaben für die Entwicklung des Fachkräftenachwuchs sind auch in äußerst sinnvolle Investitionen in die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens“, fordert Bianka Möller, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, einen Perspektivwechsel auf Seiten der Arbeitgeber.
In Bezug auf die Forderung nach einer mitgliederwirksamen Komponente bezieht die IG Metall eine klare Position. Ihre Mitglieder setzten nicht nur in Tarifrunden gesellschaftspolitisch relevante Akzente. „Gerade in Tarifrunden sind es unsere Mitglieder, die mit ihrem Engagement die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten möglich machen“, ordnet Gewerkschaftssekretär Florian Gierke die Forderung nach einer mitgliederwirksamen Komponente ein.
Bereits am vergangenen Donnerstag hatten 100 Beschäftigte bei Wilkhahn in Eimbeckhausen die Arbeit niedergelegt. Mit den Warnstreiks verfolgt die IG Metall das Ziel, ein adäquates Verhandlungsergebnis zu erreichen. Sollten dafür weitere Warnstreiks nötig sein, würde die IG Metall entsprechend agieren. Die dritte Tarifverhandlung ist für den 22. Januar 2026 terminiert.