Tarifrunde 2026 „Auch in schwierigen Zeiten muss eine Tariferhöhung erfolgen!“

Die bisherige Verweigerung der Arbeitgeberseite, konstruktive Tarifverhandlungen zu führen, führt zu Warnstreiks in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie.

Warnstreik Wilkhahn am 15. Januar 2025

15. Januar 2026 15. Januar 2026


Die ersten beiden Verhandlungsrunden für die Beschäftigten in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie im letzten Jahr sind ergebnislos verlaufen. Bisher legte die Arbeitgeberseite kein Angebot vor. Deshalb begannen in dieser Woche die Warnstreiks.

In der Region starteten die Warnstreiks am Donnerstag, den 15. Januar 2026, bei Wilkhahn in Eimbeckhausen. 100 Beschäftigte waren in den Warnstreik getreten, um der Tarifforderung Nachdruck zu verleihen. Die bisherige Verweigerung der Arbeitgeberseite, konstruktive Tarifverhandlungen zu führen, verurteilten sie mit dem Warnstreik deutlich.

Die Tarifforderung der IG Metall enthält drei Komponenten. Es werden 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei 12 Monaten Laufzeit gefordert! Die Ausbildungsvergütungen sollen eine überproportionale Erhöhung erfahren. Zudem setzt sie sich für eine mitgliederwirksame Komponente, die ausschließlich für Mitglieder der IG Metall gilt, ein.

Trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten aus Sicht der IG Metall die Beschäftigten in dieser Tarifrunde eine weitere Verschlechterung der Kaufkraft oder gar eine Nullrunde nicht akzeptieren. Schon diese Grundeinsicht teile der Arbeitgeberverband nicht. „Auch in schwierigen Zeiten muss eine Tariferhöhung erfolgen“, Olaf Stender, Betriebsratsvorsitzender bei Wilkhahn. „Sonst werden wir abgehängt.“

Mit Blick auf die Zukunftsaussichten für den Standort Deutschland sei die Forderung nach der überproportionalen Erhöhung der Ausbildungsvergütungen nicht nur angemessen, sondern im Grunde erforderlich. „Die Sicherung von Fachkräften beginnt mit angemessenen Ausbildungsvergütungen, die den Vergleich mit anderen Branchen nicht scheuen müssen!“ so Bianka Möller, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim.

Auch die Forderung nach einer mitgliederwirksamen Komponente ist im Kern systembedingt. Die Tarifverträge sind das Fundament für die gerechte und unverzichtbare Teilhabe an der Gesellschaft. „Unsere Mitglieder sind es, die Tarifverträge überhaupt erst ermöglichen!“ begründet Gewerkschaftssekretär Florian Gierke die Forderung nach einer mitgliederwirksamen Komponente.

Die IG Metall suche nicht die weitere Eskalation, sei aber bereit ihrer Forderung den notwendigen Nachdruck zu verleihen, um einen vernünftigen Tarifabschluss zu erreichen. Die dritte Tarifverhandlung ist für den 22. Januar 2026 terminiert.