Mitbestimmen! Demokratie im Betrieb - 2026 ist das Jahr der Betriebsratswahlen!

Zwischen März und Mai wählen Millionen Beschäftigte ihre Betriebsräte – auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

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14. Januar 2026 14. Januar 2026


Zwischen März und Mai 2026 wählen Millionen Beschäftigte ihre Betriebsräte – auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In einer Phase, in der Unternehmen Produktionsweisen, Lieferketten und Geschäftsmodelle neu ordnen, ist das kein Routineakt, sondern ein Richtungsentscheid im Betrieb: ob Transformation verhandelt wird – oder verordnet. „Betriebsratswahlen sind ein Souveränitätsakt der Beschäftigten“, sagt Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall. „Wer heute wählt, entscheidet mit, ob der Wandel mit den Menschen gestaltet wird – oder über sie hinweg.“

Was in den kommenden Jahren ansteht, entscheidet vielfach Zukunft: Dekarbonisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung, KI-unterstützte Steuerung von Arbeit, Fachkräfteengpässe, demografischer Druck, geopolitische Risiken. Das alles landet nicht in Abstracts, sondern in Schichtplänen, Qualifizierungsfragen oder Standortentscheidungen. Betriebsräte der IG Metall verhandeln in dieser Lage Richtung: Investitionszusagen, Weiterbildungspfade, Personalbemessung, Datenschutz, Arbeitszeitkorridore, Beschäftigungssicherung – und, wenn es hart auf hart kommt,  Zukunftstarife oder Sozialpläne. Mitbestimmung ist dabei nicht Dekoration, sondern der demokratische Gegengewichtssatz in der Ökonomie: Er sorgt dafür, dass Interessen nicht einseitig durchregieren. Und Mitbestimmung braucht Rückgrat. „Wenn es ernst wird, reicht kein guter Wille. Dann braucht es Verhandlungsmacht“, sagt der Metaller. „Die IG Metall ist die tarif- und durchsetzungsfähige Kraft, die Standards setzt – und die Interessen der Beschäftigten wirksam vertritt: gegenüber Arbeitgebern und gegenüber Politik. Ohne diesen Gegenpol kippt jede Debatte in Richtung Abwärtsspirale.“

Tarifpolitik schafft verlässliche Standards – nicht als Ausnahme, sondern für alle. Betriebsräte sorgen dafür, dass diese Standards im Betrieb wirken und weiterentwickelt werden, wenn sich Arbeit durch neue Technologien verändert. Beides greift ineinander: der Tarifvertrag als Rahmen, der Betriebsrat als Stimme im Alltag. Wer von Flexibilität spricht, muss Schutz und Beteiligung mitdenken. Und wer Transformation will, muss sie so gestalten, dass Qualifizierung, Investitionen und Beschäftigung hier eine Zukunft haben.


Noch immer fehlen Betriebsräte in vielen Betrieben – gerade dort, wo Beschäftigte besonders verletzlich sind: in kleineren Einheiten, in ausgedünnten Zulieferketten, in randständigen Bereichen industrieller Wertschöpfung. Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Schon ab fünf wahlberechtigten Beschäftigten ist eine Wahl möglich. Wer diesen Schritt geht, holt Demokratie an den Ort, an dem sie am konkretesten ist: in die Regeln des Arbeitstags. „Es gibt keine starke Demokratie im Land ohne gelebte Demokratie im Betrieb“, führt der Bezirksleiter der IG Metall aus. „Wer Mitbestimmung nicht organisiert, bekommt Entscheidungen – nur eben von oben und über die Köpfe der Belegschaft hinweg. Das kann nicht gut gehen!“

Klar ist auch: Betriebsratswahlen sind kein Experimentierfeld für politische Brandstifter. Wer den Betrieb mit Parolen auflädt, schwächt das, was im Wandel unverzichtbar ist: Zusammenhalt, Verhandlungsfähigkeit, Respekt. „Mitbestimmung bedeutet Verantwortung – nicht Lautstärke“, sagt der Metaller. „Lösungen statt Hetze. Solidarität statt Spaltung. Das ist der Schutzwall, der Beschäftigte durch Umbrüche trägt.“

Quelle: IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Presseinformation vom 12. Januar 2026.